Nothilfelehrgang stößt auf Resonanz

Quelle: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/Nothilfelehrgang-stoesst-auf-Resonanz;art372458,5186746

Bei einem Nothilfelehrgang des Judo-Clubs erfuhren 25 Teilnehmer, wie sie sich in Notsituationen verhalten sollten.
Im Rahmen eines Nothilfelehrgangs erfuhren 25 Teilnehmer von Christian Senger, wie sie sich in Notsituationen und bei Androhung von Gewalt verhalten können.
Singen – Am 8. Oktober richtete der Judo-Club Singen einen Nothilfelehrgang aus. Initiiert und gesponsert wurde er vom Ju-Jutsu Verband Baden. Zusammen mit dem Fachverband für Kampfsport sollte das Thema Gewalt und Lösungen angeboten werden. Der Grundgedanke war, dass auch die Allgemeinheit und nicht nur Ju-Jutsukas, die Möglichkeit bekommen sollten, sich über dieses immer wichtiger werdende Thema in Theorie und Praxis zu informieren. Die aktuellen Vorkommnisse und Übergriffe in U-Bahnen und Bahnhöfen, die man leider zunehmend aus den Medien kennt, machen deutlich, dass jeder Einzelne von uns plötzlich in eine Notsituation geraten kann, in der er selbst oder ein anderer Hilfe benötigt. Wie aber verhalte ich mich dann richtig?

Wer nicht in den Fokus des Staatsanwalts wegen unterlassener Hilfeleistung kommen möchte, darf bei Notsituationen anderer nicht einfach wegsehen. Er muss helfen. Wie und mit welchen Maßnahmen oder Mitteln man helfen kann, erläuterte der Referent Christian Senger auch anhand von praktischen Beispielen und Übungen. Insbesondere Mimik, Gestik und der Einsatz der Stimme sind in solchen Situationen hilfreich. Sie können deeskalierend eingesetzt werden, um eine Eskalation zu verhindern und die Situation zu entschärfen, aber auch als „Hilfsmittel“, um die Ernsthaftigkeit und den eigenen Durchsetzungswillen zu unterstreichen. Der Täter muss merken, dass er es nicht mit einem zweiten Opfer zu tun hat.

Aber auch Notwehr und Nothilfe haben rechtliche Grenzen. Nach dem Gesetz (§ 32 StGB) muss ein Angriff unmittelbar bevorstehen oder noch andauern, um sich bei der Verteidigung auf Notwehrrecht berufen zu können. In der Realität fällt diese Entscheidung oft in wenigen Sekunden. Staatsanwalt und Richter haben dann mehrere Wochen oder Monate Zeit, die „angebliche“ Notwehrsituation genauestens zu prüfen. Wer sich da vorher schon mal mit der rechtlichen Situation und den Möglichkeiten in Theorie und Praxis auseinander gesetzt hat, vermeidet vielleicht Fehler bei seinen Maßnahmen. Denn auch bei Nothilfe gilt, sich selbst nicht unnötig in Gefahr zu bringen, aber dennoch Zivilcourage zu zeigen, wenn es darauf ankommt.

Diese und andere Fragen erläuterte der Referent Christian Senger, 4. DAN Ju-Jutsu, Mitglied des Lehrteams aus dem JJ-Verband Baden, von Beruf Sicherheitsberater in Tübingen und erfahrener Praktiker. Die rechtlichen Inhalte und Hintergründe vermittelte er den 25 Teilnehmern mit einer Power-Point-Präsentation und praxisbezogenen Beispielen. Unter den Teilnehmern waren auch Mitglieder des Singener Kriminalpräventionsprogramms „Nachtwanderer“.
  • NEWS: Unsere Sicherheitsexperten finden Risiken oder Schwachstellen und die richtige Lösung für ihr Sicherheitsproblem.
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